Partneranlass; Besuch im Atelier von Hugo Suter Birrwil

måndag 3 oktober 2011 18:30-20:30, Atelier Suter Hugo und Marianne, Schwaderhof 5, 5708 Birrwil
Talare: Sepp Meier / Hugo Suter
Besuch vom 3. Oktober 2011 im Atelier von Hugo Suter in Birrwil

Wir treffen uns im Atelier von Hugo Suter. Umgeben von aktuellen Arbeiten werden in einem Zwiegespräch die Fragen des Künstlerwerdens und des Künstlerbleibens erörtert. Hugo Suter bestätigt die von Dr. Vogel aufgezählten erforderlichen Fähigkeiten wie Kreativität, Originalität, Selbstbezüglichkeit, Kompromisslosigkeit, Hartnäckigkeit und Neugier eines Kunstschaffenden, doch möchte er die Aufzählung mit Leidensfähigkeit ergänzen. Auch Wolfgang Ulrichs Aussage " Kunst ist nicht definierbar und auch nicht lehrbar " (Gesucht: Kunst) erachtet er als richtig, dass man nach dem Abschluss einer Kunstschule folglich noch nicht Künstler ist.

Er erzählt vom Verblüffen der Eltern, nach dem Erwähnen seines Berufswunsches nach Abschluss der Bezirksschule, dem Unverständnis, den erzwungenermassen erlernten Brotberuf nicht ausüben zu wollen, der anschliessenden Ausbildung zum Zeichnungslehrer und dem immerfort parallelen Ausüben einer künstlerischen Tätigkeit.

In der Regel arbeitet ein zeitgenössischer Künstler, entgegen z.B. in der Renaissance, nicht auf Auftrag, er erteilt sich gewissermassen selbst die Aufgabe. Aber wie ist dann das Arbeitsvorgehen? H.S. erwähnt eine Aussage Bruce Naumanns in diesem Zusammenhang. Das ins Atelier gehen, dort Kaffee trinken und warten, etwas unbestimmtes tun, beschreibt das Warten bis sich eine Vorstellung konkretisiert, erarbeitet werden kann.

Auf die Frage des Fortgangs eines künstlerischen Werkes, des Wiederholens von Arbeiten, spricht H.S. vom langen Weg nach 40, dass oftmals nach einem anfänglichen Erfolg eines Künstlers Ruhe eintritt und die eingangs erwähnte Leidensfähigkeit nötig würde. Dass dabei nicht Wiederholung sondern Vertiefung ein fortwährendes, konzentriertes Arbeiten das Thema wäre. In solchen Phasen des nachlassenden Interessens des Kunsthandels ist öffentliche Anerkennung wichtig, seien das Auszeichnungen, Preise, Ankäufe von Museen, helfen sie doch eine gewisse Distanz zum oft lärmigen, nicht unbedingt nachhaltigen Kunstmarkt zu halten.

Hugo Suter wurde 1943 geboren. Nach der obligatorischen Schulzeit absolviert er eine Lehre als Tiefdruckretoucheur, anschliessend die Ausbildung zum Zeichnungslehrer. Mit 30 Jahren erhält er, anlässlich der 1. Biennale für Schweizer Kunst, den Preis für Objektkunst, ist Preisträger des Aargauischen Kunstpreises und Mitglied der Künstlervereinigung Ziegelrain. 1982 bis 1986 Berufung an die ETH Zürich mit dem Lehrauftrag für figürliches Zeichnen. Hugo Suter wird regelmässig zu in- und ausländischen Ausstellungen eingeladen, Arbeiten sind entsprechend in Museen vertreten. Peter K. Wehrli schreibt über seine Arbeiten. Hugo Suters Schaffen gewinnt seine Bedeutung dadurch, dass es ihm gelingt, intellektuelle und künstlerische Arbeit, Wissen und Sehen in Einklang zu bringen.

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